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NEUSS (RP). Die Privatschulen in NRW fordern eine stärkere finanzielle Unterstützung durch das Land. "100 Prozent Schule muss auch zu 100 Prozent finanziert werden", sagte die Landesvorsitzende des Verbandes Deutscher Privatschulverbände (VDP), Petra Witt. Derzeit erstattet das Land den 449 Ersatzschulen, die den öffentlichen Schulformen entsprechen und sich an deren Unterrichtsplänen orientieren, aber in freier Trägerschaft sind, 87 bis 94 Prozent ihrer Personal-, Miet- und Nebenkosten. 1,168 Milliarden Euro gibt das Land jährlich dafür aus. Ausstattung und Verwaltung müssen die Schulen aber selbst tragen. Witt: "Dadurch sinkt die Förderquote auf 65 Prozent." Seine Forderung nach stärkerer Unterstützung stützt der Verband auf steigende Nachfrage. Einer VDP-Umfrage zufolge ziehen in NRW 34,1 Prozent der Bevölkerung eine private einer staatlichen Schule vor. Nur 7,6 Prozent der Kinder gehen aber auf nicht öffentliche Schulen (2004: 6,5 Prozent). Zwei von fünf Befragten glauben zudem, private Schulen verstärken den Wettbewerb, erhöhen die Qualität der Ausbildung. Als Impulsgeber in Sachen Bildungspolitik sieht der Verband vor allem die rund 200 Ergänzungsschulen in NRW, die nach eigenen Konzepten arbeiten. Und auf eigene Rechnung. Der wirtschaftliche Zwang zur Kundenorientierung und die Unabhängigkeit von staatlichen Vorgaben können leistungsstärkere Schüler hervorbringen, wie die Internationale Schule am Rhein (ISR) in Neuss zeigt. Dort werden alle Schüler auf ein Studium vorbereitet. "Wenn wir nach vorne kommen wollen, müssen wir die Langsamen schneller machen", erläutert ISR-Geschäftsführer Thomas Uhling. Erreicht wird das Ziel durch "homogene Klassen". Wo es hapert, wird zusätzlich gefördert, in kleinen Gruppen. Die Diskussion um Schulformen hält Uhling daher für ebenso wenig zielführend wie den Fokus auf Klassengrößen. Auch 28 Schüler seien zu bewältigen, wenn Lehrer anderswo entlastet würden, sagt er. An der ISR bekommen sie zum Beispiel fertige Lehrpläne und Aufgabenstellungen für Tests. Korrekturen, zumindest bei Multiple Choice Tests, erfolgen elektronisch. Uhling: "So bleibt genügend Zeit für individuelle Förderung."
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